Sachschäden durch das Jahrhunderthochwasser 2021 in Euro:
Er setzt Keller unter Wasser, lässt Dächer einstürzen und bringt sogar das Erdreich ins Rutschen. Doch noch immer unterschätzen viele Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer die Gefahr von Starkregen. Hier erfahren Sie, wie Sie Schäden vorbeugen und welche Versicherung Ihnen im schlimmsten Fall beisteht.
Im Sommer 2021 rauschten extreme Regenfälle auf Deutschland herunter. In der Region um die Flüsse Ahr und Erft fielen an einem einzigen Tag über 90 Liter Regen pro Quadratmeter. Das ist mehr, als jemals seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen wurde. Die Folgen: Überschwemmungen und Sachschäden in Milliardenhöhe.

Sachschäden durch das Jahrhunderthochwasser 2021 in Euro:
Versicherte Schäden in Euro:
Doch auch in einem durchschnittlichen Jahr kommt es laut dem Deutschen Wetterdienst zu rund 1.000 Starkregenfällen. Aufgrund des Klimawandels treten solche Ereignisse immer häufiger und heftiger auf.
In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie Ihr Haus vor Starkregen schützen können und welcher Versicherungsschutz für Sie sinnvoll ist.
Von Starkregen spricht man, wenn innerhalb kurzer Zeit sehr viel Regen fällt. Per Definition: mehr als 15 bis 25 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde oder mehr als 20 bis 35 Liter pro Quadratmeter in sechs Stunden.
Problematisch ist, dass Starkregen sich nur schwer vorhersagen lässt. Außerdem kann er räumlich sehr begrenzt auftreten. Zum Beispiel ist es durchaus üblich, dass in einem Stadtteil ein heftiger Regen niedergeht, während im Nachbarviertel nur ein paar Tropfen fallen.

Starke Sonneneinstrahlung
Die intensive Sonneneinstrahlung erwärmt den Boden.
Warme Luft steigt nach oben.
Verdunstung und Aufstieg
Feuchtigkeit aus Gewässern, Böden und Pflanzen verdunstet.
Warme, feuchte Luft steigt auf, da sie leichter ist als kalte Luft.
Wolkenbildung
Die warme, feuchte Luft kühlt in der Höhe ab.
Wasserdampf kondensiert und bildet Wolken (oft Gewitterwolken, sogenannte Cumulonimbus-Wolken).
Stau der Wolken
Wenig Wind sorgt dafür, dass Wolken lokal stehen bleiben.
Immer mehr Wasser sammelt sich in den Wolken.
Starkregen
Die Wolken können die Wassermengen nicht mehr halten.
Ist die Wetterlage dann auch noch instabil, kommt es schnell zu heftigen Unwettern.
Das Starkregen-Risiko im Juni, Juli und August am höchsten.
In Deutschland sind besonders Gebirgsregionen wie der Alpenrand, das Erzgebirge und der Schwarzwald von Starkregen betroffen. Dort stauen sich Regen- und Gewitterwolken, was zu intensiveren Niederschlägen führt. Allgemein nehmen in Süddeutschland die Starkregenereignisse zu.
Sie wollen wissen, ob Ihr eigenes Heim in Gefahr ist? Dann können Sie sich an den drei Starkregengefährdungsklassen orientieren:
Ihre Gefährdungsklasse können Sie mit diesem kostenfreien Hochwasser-Check ermitteln.

Flachdächer haben oft kein oder nur ein geringes Gefälle. Bei Starkregen kann sich Wasser ansammeln und in die Bausubstanz eindringen. Im Extremfall kann das Dach einstürzen. Das Risiko steigt, wenn das Flachdach schon älter ist, die Dachabläufe durch Laub oder Schmutz verstopft sind oder Notüberläufe fehlen.
Starkregen ist unberechenbar. Das Wasser kann von allen Seiten kommen. Es prasselt nicht nur von oben aufs Dach, es schwappt auch von der Straße herein oder drückt von unten aus der Kanalisation nach oben – keine schöne Vorstellung.
Typische Schäden an Wohngebäuden sind:
In Deutschland sind Privatpersonen rechtlich dazu verpflichtet, Maßnahmen zur Hochwasservorsorge zu treffen. Dazu zählt auch wild abfließendes Oberflächenwasser.
Wer ein Haus besitzt, ist also für den Schutz vor Starkregen verantwortlich. Die gute Nachricht: Sie können viel tun, damit Sie später nicht im Regen stehen.

Ihr Starkregen-Risiko: Wissen, wann das Wasser kommt
Rund ums Haus: Sichern, kontrollieren, warten
Bauliche Veränderungen, die Starkregenschäden minimieren
Prüfen Sie, ob Ihre Bauordnung für tief liegende Räume (zum Beispiel Keller) eine Rückstausicherung vorschreibt.
Starkregen kann erhebliche Schäden verursachen. Mit der richtigen Versicherung schützen Sie sich vor den finanziellen Folgen. Doch welche Versicherungen decken Schäden durch Starkregen ab?
Wohngebäudeversicherung
Sie deckt Schäden am Gebäude selbst ab, also an Wänden, Dächern und festen Installationen. Aber Achtung: Im Fall von Starkregen tritt sie nur in Kombination mit dem Baustein „Elementar und Starkregen“ ein.
Elementarschadenversicherung
Die Elementarversicherung leistet bei Schäden durch Naturkatastrophen. Zusammen mit einer erweiterten Wohngebäudeversicherung schützt sie unter anderem vor Überschwemmung, Rückstau, Erdrutsch, Erdsenkung, Erdbeben und Schneedruck / (Dach-)Lawinen.
Wurde Ihr Zuhause beschädigt, können Sie es trockenlegen und reparieren lassen. Für die Unterbringung im Hotel in dieser Zeit zahlen Sie keinen Cent. Und wenn das Haus abgerissen werden muss, übernimmt die Elementarversicherung je nach Tarif und Versicherungsbedingungen auch den Wiederaufbau. Eine echte Erleichterung.
Hausratversicherung
Die Hausratversicherung ist für den Inhalt eines Hauses zuständig. Aber wenn der Perserteppich durch Starkregen zerstört wird, kommt die Hausratversicherung nur bedingt dafür auf. Sie brauchen auch hier zusätzlich eine Elementarversicherung.
Ganz wichtig: Nur wenn Sie Ihre Wohngebäude- und Hausratversicherung um Elementar- und Starkregen-Bausteine erweitern, sind Sie wirklich abgesichert. Am besten schließen Sie alles aus einer Hand ab. Dadurch ersparen Sie sich mehrere Schadensmeldungen und haben eine Ansprechperson, die für eine reibungslose Abwicklung sorgt. So können Sie ruhig schlafen – auch wenn nachts die Regentropfen ans Dachfenster klopfen.
Die Elementarversicherung greift bei Überschwemmungen, wenn sich Wasser auf dem Grundstück rund um das Gebäude ansammelt und ins Haus eindringt. Der Starkregen-Baustein schützt auch dann, wenn Regenwasser direkt über Lichtschächte, Kellereingänge oder Terrassen ins Gebäude gelangt – selbst ohne Überschwemmung des gesamten Grundstücks. Im DOMCURA-Baustein „Elementar und Starkregen“ ist beides enthalten.
Schnelles Handeln ist wichtig. So können Sie Schlimmeres vermeiden und Ihren Versicherungsschutz aufrechterhalten:
Dämmen Sie bereits entstandene Schäden ein. Denn vermeidbare Folgeschäden muss die Versicherung nicht bezahlen.
Kaputte Dachfenster können Sie zum Beispiel mit einer Plane abdecken, damit nicht noch mehr Regen eindringt. Dokumentieren Sie die Schäden mit Fotos. Auch Videos können hilfreich sein.
Erstellen Sie eine Liste aller beschädigten Gegenstände und ihrer Werte.
Melden Sie den Schaden fristgerecht Ihrer Versicherung. Halten Sie dafür Ihre Versichertennummer, die Liste der beschädigten Gegenstände sowie Fotos bereit.
Dokumentieren Sie, wie das Wasser in das Gebäude eingedrungen ist, am besten anhand von Bildern während der Überflutung oder im Anschluss anhand von Laufspuren an den Gebäudewänden.
Erst, wenn Sie die Schäden dokumentiert haben, können Sie mit den Aufräumarbeiten beginnen.